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Wohnungsbewerbung: Muster und Anschreiben, die überzeugen

Vier fertige Musteranschreiben für Singles, Paare, Familien und Studierende, und die Liste der Unterlagen, an der die meisten Bewerbungen scheitern.

Zuletzt geprüft im September 2026 Vorlagen zum Herunterladen

Warum das Anschreiben den Unterschied macht

Auf eine gefragte Wohnung kommen in vielen Städten dreißig bis hundert Bewerbungen. Der Vermieter oder die Verwaltung sichtet sie in wenigen Minuten und sortiert nach zwei Kriterien: Ist die Mappe vollständig, und wirkt die Person zuverlässig.

Notizbuch und Füllfederhalter neben einer Tasse Kaffee
Ein kurzes, konkretes Anschreiben schlägt jede Standardfloskel. Foto: leighklotz, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Beides entscheidet sich, bevor jemand deine Gehaltsabrechnung liest. Eine Mappe mit fehlenden Unterlagen landet auf dem kleineren Stapel, ganz gleich wie gut das Einkommen ist. Und ein Anschreiben, das aus drei Zeilen besteht, sagt nichts über dich aus, was von den anderen dreißig unterscheidet.

Genau da setzt das Musteranschreiben an. Es ist kein Bewerbungsschreiben für einen Job und soll nicht überzeugen, es soll in einem Absatz beantworten, wer einzieht, warum diese Wohnung passt und dass die Miete gesichert ist.

Vier Vorlagen decken die üblichen Konstellationen ab: Singles, Paare, Familien und Studierende. Sie unterscheiden sich nicht im Ton, sondern in dem, was jeweils belegt werden muss.

Die vier Muster zum Download

Jede Vorlage gibt es als PDF zum Ausdrucken und als Word-Datei zum Bearbeiten. Die eckigen Klammern markieren die Stellen, die du ersetzt; alles andere kann so bleiben.

Singles. Der kürzeste Text. Schwerpunkt liegt auf Beruf, unbefristetem Arbeitsverhältnis und der Frage, warum die Wohnungsgröße passt, bei Einpersonenhaushalten fragen Vermieter oft, ob jemand später nachzieht.

Paare. Hier zählt, dass beide Einkommen zusammen gerechnet werden und beide den Mietvertrag unterschreiben. Der Text macht das ausdrücklich, weil viele Vermieter sonst nachfragen.

Familien. Zahl und Alter der Kinder gehören hinein, ebenso die Angabe, ob ein Elternteil in Elternzeit ist. Verschwiegen wirkt beides schlechter, als es ist.

Studierende. Die schwierigste Konstellation, weil das eigene Einkommen selten reicht. Der Text nennt deshalb von vornherein die Absicherung: Bürgschaft der Eltern, BAföG-Bescheid oder Nebenjob.

Was in die Mappe gehört

Die Unterlagen sind wichtiger als das Anschreiben. Vollständig heißt in der Praxis:

  • Das Anschreiben, eine Seite
  • Die ausgefüllte Mieterselbstauskunft
  • Einkommensnachweise der letzten drei Monate
  • Eine SCHUFA-Auskunft, nicht älter als drei Monate
  • Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des bisherigen Vermieters
  • Kopie des Personalausweises
  • Bei Studierenden zusätzlich Immatrikulationsbescheinigung und Bürgschaft

Lege alles in einer einzigen PDF-Datei zusammen, wenn du digital bewirbst, in der Reihenfolge der Liste. Eine Mail mit acht Anhängen wird seltener vollständig geöffnet als eine mit einem.

Bring bei der Besichtigung eine ausgedruckte Mappe mit. Wer sie dort übergibt, ist im Kopf des Vermieters ein Gesicht und kein Dateiname, das ist in einem Feld von dreißig Bewerbern mehr wert als jede Formulierung.

Das Anschreiben, Absatz für Absatz

Betreff. Die Anschrift der Wohnung und das Besichtigungsdatum. Verwaltungen führen mehrere Objekte gleichzeitig und ordnen nach dem Betreff zu.

Erster Absatz: wer einzieht. Namen, Alter, Beruf, Zahl der Personen. Zwei Sätze genügen. Eine Vorstellungsformel braucht es nicht: Namen und Berufe sagen dasselbe kürzer.

Zweiter Absatz: warum diese Wohnung. Ein konkreter Grund, kein allgemeines Lob. Nähe zum Arbeitsplatz, die Schule der Kinder, der Wunsch, im Viertel zu bleiben. Das ist der einzige Absatz, der dich von anderen unterscheidet.

Dritter Absatz: die Absicherung. Nettoeinkommen, Art des Arbeitsverhältnisses, gegebenenfalls Bürgschaft. Nüchtern und ohne Umschweife, der Vermieter sucht genau diese Zahl.

Vierter Absatz: die Unterlagen. Ein Satz, der auflistet, was beiliegt, und anbietet, Fehlendes nachzureichen.

Schluss. Ein Satz, keine Floskelkette. Datum, Unterschrift, Telefonnummer.

Ein vollständiges Beispiel

So sieht der Kern eines Anschreibens für ein Paar aus, wenn die Platzhalter gefüllt sind:

„Betreff: Bewerbung um die 3-Zimmer-Wohnung in der Lindenstraße 12, Besichtigung am 14. des Monats.

Anna Berger, 31, Physiotherapeutin, und Jonas Berger, 33, Elektroniker, möchten sich um die Wohnung bewerben. Beide sind unbefristet angestellt und würden gemeinsam als Hauptmieter unterschreiben.

Die Wohnung liegt für uns günstig, die Praxis, in der Anna arbeitet, ist zu Fuß erreichbar, und beide Arbeitswege verkürzen sich deutlich. Auch der Zuschnitt passt, weil ein Zimmer als Arbeitszimmer genutzt werden kann.

Das gemeinsame Nettoeinkommen beträgt 4.100 Euro monatlich. Beiliegend finden Sie die Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate, die Selbstauskunft, aktuelle SCHUFA-Bonitätsauskünfte, die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung unseres bisherigen Vermieters und Ausweiskopien.

Für Rückfragen erreichen Sie uns jederzeit unter Telefonnummer.“

Mehr braucht es nicht. Der Text nennt in fünf Absätzen die Personen, den Grund, die Zahl und die Unterlagen, genau die vier Dinge, nach denen der Vermieter beim Durchsehen sucht.

Auffällig ist, was fehlt: keine Beteuerungen, keine Adjektive über die eigene Zuverlässigkeit, keine Erklärung, wie sehr man sich freuen würde. Diese Sätze stehen in fast jeder Bewerbung und tragen deshalb nichts bei.

Was der Vermieter fragen darf – und was nicht

Die Mieterselbstauskunft ist der Teil, bei dem am häufigsten zu viel gefragt wird. Zulässig sind Fragen, die für das Mietverhältnis erheblich sind: Name, Anschrift, Beruf, Arbeitgeber, Nettoeinkommen, Zahl der einziehenden Personen, bestehende Mietschulden, laufende Insolvenzverfahren.

Unzulässig sind dagegen Fragen nach Schwangerschaft und Familienplanung, Religionszugehörigkeit, Parteimitgliedschaft, Gewerkschaftszugehörigkeit, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung, Vorstrafen ohne Bezug zum Mietverhältnis sowie nach Krankheiten und Behinderungen.

Wird eine unzulässige Frage gestellt, darfst du unrichtig antworten, ohne dass dir daraus ein Nachteil entsteht. Eine spätere Kündigung lässt sich darauf nicht stützen. Bei zulässigen Fragen gilt das Gegenteil: Eine Falschangabe zum Einkommen kann das Mietverhältnis gefährden.

Ein Vermieter darf außerdem nicht verlangen, dass du Unterlagen vor der Besichtigung einreichst, die erst bei ernsthaftem Interesse erforderlich sind, die vollständige SCHUFA-Auskunft etwa gehört üblicherweise erst in die engere Runde.

SCHUFA und Bonität

Die für Vermieter gedachte Auskunft ist nicht die vollständige Selbstauskunft mit allen Vertragsdaten, sondern die kürzere Bonitätsauskunft. Sie zeigt nur, ob negative Merkmale vorliegen, mehr braucht der Vermieter nicht und mehr sollte er auch nicht bekommen.

Beantrage sie früh. Die Postzustellung dauert einige Tage, und in der Bewerbungsphase fehlt diese Zeit meistens. Wer regelmäßig sucht, sorgt für eine aktuelle Auskunft im Ordner, statt sie jedes Mal neu anzufordern.

Ein einzelner negativer Eintrag ist kein Ausschluss. Wer ihn kennt und im Anschreiben von sich aus einordnet, wirkt souveräner als jemand, bei dem er beim Durchsehen auffällt.

Die Faustregel zum Einkommen

Verbreitet ist die Erwartung, dass die Warmmiete etwa ein Drittel des Nettoeinkommens nicht übersteigt. Das ist keine Rechtsnorm, sondern eine Praxisregel, aber sie bestimmt, wie deine Bewerbung gelesen wird.

Liegst du darüber, nenne die Absicherung im selben Absatz: Ersparnisse, eine Bürgschaft, ein zweites Einkommen, das noch nicht in den Nachweisen steht. Der Vermieter rechnet ohnehin nach; ihm die Antwort mitzuliefern, nimmt der Zahl die Schärfe.

Bei Paaren zählt das gemeinsame Einkommen, sofern beide unterschreiben. Bei Familien wird Elterngeld mitgerechnet, auch wenn es befristet ist.

Bürgschaft und Kaution

Reicht das Einkommen nicht, ist die Bürgschaft der übliche Weg, bei Studierenden fast der Regelfall. Die Elternbürgschaft deckt die Miete ab, wenn du sie nicht zahlen kannst.

Erwähne sie im Anschreiben, statt sie nur den Unterlagen beizulegen. Für den Vermieter ist sie das Argument, das die schwächere Einkommensposition ausgleicht, und er soll es nicht suchen müssen.

Die Kaution beträgt höchstens drei Nettokaltmieten und darf in drei Raten gezahlt werden. Wer das weiß, lässt sich nicht auf Forderungen darüber hinaus ein.

Der Zeitpunkt entscheidet mit

Melde dich innerhalb weniger Stunden auf ein neues Inserat. Bei gefragten Wohnungen sind die Besichtigungstermine oft schon am ersten Tag vergeben, und die Reihenfolge des Eingangs entscheidet, wer überhaupt eingeladen wird.

Halte die Mappe deshalb fertig, bevor du suchst. Wer erst nach der Zusage zur Besichtigung anfängt, SCHUFA-Auskunft und Gehaltsabrechnungen zusammenzutragen, verliert die Tage, die den Unterschied machen.

Nach der Besichtigung genügt eine kurze Nachricht am selben Abend, dass das Interesse besteht und die Unterlagen vorliegen. Mehr Nachfassen wirkt aufdringlich und hilft nicht.

Fünf Fehler in der Wohnungsbewerbung

Das Serienanschreiben. Ein Text ohne konkreten Bezug zur Wohnung ist als solcher erkennbar und wirkt beliebig. Ein einziger Satz zur Lage oder zum Grundriss reicht, um das zu vermeiden.

Zu viele Informationen. Drei Seiten Lebenslauf sind kein Vorteil. Der Vermieter sucht die Miete, nicht die Biografie.

Unvollständige Unterlagen. Der häufigste Ausschlussgrund überhaupt, und der am leichtesten vermeidbare.

Veraltete Nachweise. Eine SCHUFA-Auskunft vom Vorjahr oder Gehaltsabrechnungen von vor sechs Monaten werfen Fragen auf, die niemand stellt, sie führen einfach zum anderen Stapel.

Falschangaben bei zulässigen Fragen. Ein zu hoch angegebenes Einkommen fällt spätestens bei den Nachweisen auf und kann das Mietverhältnis später gefährden.

Wo du überhaupt suchst

Die großen Portale sind der offensichtliche Weg und zugleich der mit der größten Konkurrenz. Eine Wohnung, die dort seit zwei Tagen steht, hat bereits ihre Interessenten. Wer nur dort sucht, bewirbt sich immer im vollsten Feld.

Drei Wege daneben lohnen sich. Erstens die Websites kommunaler und genossenschaftlicher Wohnungsunternehmen, die ihre Bestände oft zuerst selbst ausschreiben. Zweitens Aushänge und lokale Anzeigenblätter, gerade in kleineren Städten. Drittens die eigene Suchanzeige, die den Spieß umdreht.

Bei Genossenschaften kommt hinzu, dass eine Mitgliedschaft oft Voraussetzung ist und Anteile gezeichnet werden müssen. Das kostet einmalig Geld, verschafft aber Zugang zu Beständen, die nie öffentlich inseriert werden.

Wer eine Sozialwohnung sucht, braucht zusätzlich einen Wohnberechtigungsschein. Er wird bei der Gemeinde beantragt und ist unabhängig von der Bewerbung auf eine konkrete Wohnung, beantrage ihn deshalb früh, nicht erst, wenn eine passende Wohnung auftaucht.

Die Mappe aktuell halten

Eine Bewerbungsmappe altert schneller, als man denkt. Gehaltsabrechnungen sind nach drei Monaten überholt, die SCHUFA-Auskunft nach drei bis sechs, und die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung will der neue Vermieter möglichst frisch sehen.

Wer über Wochen sucht, legt sich deshalb einen festen Rhythmus zu: einmal im Monat die Abrechnungen austauschen, die Datei neu zusammensetzen, das Anschreiben auf die aktuelle Wohnung anpassen. Das dauert zehn Minuten und verhindert, dass die beste Wohnung an einer veralteten Anlage scheitert.

Speichere die Mappe unter einem Namen, den auch der Empfänger lesen kann: Nachname, Wohnung, Datum. Eine Datei namens „Scan_2026_final_3.pdf“ landet in jedem Posteingang als das, wonach sie aussieht.

Wenn die Konstellation nicht in die Vorlage passt

Selbstständige und Freiberufler. Statt Gehaltsabrechnungen legst du die letzten beiden Einkommensteuerbescheide und eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung bei. Viele Vermieter kennen das Format nicht, ein Satz im Anschreiben, der erklärt, was die Zahl bedeutet, hilft mehr als ein weiteres Dokument.

Befristete Verträge. Die Befristung zu verschweigen bringt nichts, weil sie in der Bescheinigung steht. Nenne sie und ergänze, was danach absehbar ist: Verlängerungsoption, Entfristungsaussicht, Rücklagen.

Rentnerinnen und Rentner. Der Rentenbescheid ersetzt die Gehaltsabrechnung. Ein sicheres, lebenslanges Einkommen wird von Vermietern meist positiv gewertet, weil es nicht mit einer Kündigung wegfällt.

Neu in Deutschland. Ohne SCHUFA-Historie und ohne Vormieter fehlen zwei der üblichen Nachweise. Hier tragen der Arbeitsvertrag, eine Arbeitgeberbestätigung und gegebenenfalls eine Bürgschaft die Bewerbung.

Wohngemeinschaft. Bewerbt euch gemeinsam mit einer Mappe, in der jede Person ihre Nachweise beilegt. Klärt vorher, ob alle als Hauptmieter unterschreiben oder eine Person Hauptmieter wird und die anderen untervermietet: Vermieter fragen das, und eine unklare Antwort kostet die Wohnung.

Die Besichtigung

Der Termin ist meist kurz und oft eine Sammelbesichtigung mit vielen Interessenten gleichzeitig. Wer pünktlich ist, die Mappe dabeihat und zwei konkrete Fragen stellt, bleibt in Erinnerung, ohne aufdringlich zu wirken.

Sinnvolle Fragen betreffen Dinge, die der Vermieter gern beantwortet: Heizungsart und übliche Nebenkosten, wann zuletzt renoviert wurde, wie die Hausgemeinschaft aussieht, ab wann die Wohnung frei ist. Fragen nach Mietminderung oder Streitigkeiten gehören nicht in diesen Termin.

Schau dir zugleich an, was später zählt: Fenster und Rahmen, Spuren von Feuchtigkeit in Ecken und hinter Möbeln, Wasserdruck, Mobilfunkempfang, Lärm von Straße oder Nachbarn. Eine Checkliste für die Besichtigung nimmt dir das Merken ab.

Nach der Zusage

Zwischen Zusage und Unterschrift liegt der Moment, in dem sich Fehler am günstigsten vermeiden lassen. Lass dir den Mietvertrag vorab schicken und lies ihn in Ruhe, statt ihn im Treppenhaus zu unterschreiben.

Prüfe drei Punkte besonders: die Höhe und Fälligkeit der Kaution, die Regelungen zu Schönheitsreparaturen und etwaige Zusatzvereinbarungen zu Haustieren, Untervermietung oder Nutzung. Vieles davon ist verhandelbar, solange nichts unterschrieben ist.

Bei der Übergabe entsteht das Übergabeprotokoll. Alles, was dort nicht eingetragen wird, gilt später als in Ordnung übernommen, das ist der Grund, warum sich eine halbe Stunde Sorgfalt an diesem Tag über Jahre auszahlt.

Direkt danach beginnt die Zwei-Wochen-Frist für die Anmeldung des Wohnsitzes. Bitte deinen neuen Vermieter am besten gleich bei der Schlüsselübergabe um die Wohnungsgeberbestätigung; er ist ohnehin vor Ort.

Wenn es nicht klappt

Absagen sind in angespannten Märkten die Regel und selten begründet. Vermieter müssen keine Gründe nennen, und die meisten tun es nicht, daraus lässt sich nichts über die eigene Bewerbung ableiten.

Es gibt allerdings eine Grenze: Eine Ablehnung wegen ethnischer Herkunft, Religion, Geschlecht, Behinderung, Alter oder sexueller Identität ist nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz unzulässig. Wer konkrete Anhaltspunkte hat, findet bei Antidiskriminierungsstellen Beratung.

Praktisch hilfreicher ist meist eine nüchterne Prüfung der eigenen Mappe: Waren die Nachweise vollständig und aktuell? Kam die Bewerbung am ersten Tag? Passte die Wohnungsgröße zur Personenzahl? Diese drei Fragen erklären die meisten Absagen besser als jede Vermutung.

Was mit deinen Unterlagen passiert

Wer die Wohnung nicht bekommt, hat Anspruch darauf, dass seine Unterlagen gelöscht oder vernichtet werden. Das gilt auch für die digital eingereichte Mappe.

Du kannst die Löschung ausdrücklich verlangen; viele Verwaltungen tun es ohnehin automatisch nach Abschluss des Verfahrens. Bei sensiblen Nachweisen wie der SCHUFA-Auskunft lohnt der Hinweis im Anschreiben.

Umgekehrt gilt: Gib keine Unterlagen heraus, bevor überhaupt eine Besichtigung stattgefunden hat. Wer per Mail vorab die vollständige Mappe verlangt, ohne die Wohnung gezeigt zu haben, sollte zumindest eine Rückfrage wert sein.

Ein letzter Punkt, der oft übersehen wird: Die Vorlagen sind Ausgangspunkte, keine Formulare. Wer sie unverändert verschickt, hat zwar eine vollständige Bewerbung, aber keine unterscheidbare. Die zwei Minuten für den Absatz zur konkreten Wohnung sind die einzige Stelle, an der sich Aufwand wirklich auszahlt.

Häufige Fragen

Welche der vier Vorlagen passt zu mir?

Die, die deine Konstellation abbildet: Singles, Paar, Familie oder Studium. Sie unterscheiden sich darin, was jeweils belegt werden muss.

Wie lang darf das Anschreiben sein?

Eine Seite, besser eine halbe. Alles Weitere gehört in die Unterlagen.

Was gehört zwingend in die Mappe?

Anschreiben, Selbstauskunft, Einkommensnachweise der letzten drei Monate, SCHUFA-Bonitätsauskunft, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und Ausweiskopie.

Darf der Vermieter nach einer Schwangerschaft fragen?

Nein. Die Frage ist unzulässig, und du darfst darauf unrichtig antworten, ohne Nachteile befürchten zu müssen.

Welche Fragen sind sonst noch unzulässig?

Religion, Parteimitgliedschaft, Gewerkschaft, ethnische Herkunft, sexuelle Orientierung, Krankheiten sowie Vorstrafen ohne Bezug zum Mietverhältnis.

Was passiert bei Falschangaben zum Einkommen?

Das ist eine zulässige Frage, eine Falschangabe kann das Mietverhältnis später gefährden.

Welche SCHUFA-Auskunft brauche ich?

Die kürzere Bonitätsauskunft für Vermieter, nicht die vollständige Selbstauskunft mit allen Vertragsdaten.

Wie alt darf die SCHUFA-Auskunft sein?

Üblich sind maximal drei Monate. Beantrage sie früh, die Zustellung dauert einige Tage.

Wie viel Einkommen wird erwartet?

Als Praxisregel gilt, dass die Warmmiete etwa ein Drittel des Nettoeinkommens nicht übersteigt. Eine Rechtsnorm ist das nicht.

Was, wenn mein Einkommen nicht reicht?

Nenne die Absicherung im selben Absatz: Bürgschaft, Ersparnisse oder ein zweites Einkommen. Bei Studierenden ist die Elternbürgschaft der Regelfall.

Wie hoch darf die Kaution sein?

Höchstens drei Nettokaltmieten, zahlbar in drei Raten.

Soll ich die Mappe digital oder ausgedruckt einreichen?

Am besten beides: digital als eine einzige PDF-Datei, ausgedruckt zur Besichtigung mitgebracht.

Wann soll ich mich melden?

Innerhalb weniger Stunden nach dem Inserat. Bei gefragten Wohnungen sind die Termine oft am ersten Tag vergeben.

Darf ich nach der Besichtigung nachfassen?

Eine kurze Nachricht am selben Abend genügt. Mehr wirkt aufdringlich und verbessert die Chancen nicht.

Was passiert mit meinen Unterlagen, wenn ich die Wohnung nicht bekomme?

Sie sind zu löschen oder zu vernichten. Du kannst das ausdrücklich verlangen.