Mit der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung Pluspunkte bei Vermietern sammeln

Vermieter wollen vor der Unterschrift unter einem Mietvertrag auf Nummer sicher gehen. Aus diesem Grund hat sich die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung als Referenz für Vermieter in der Praxis bewährt. Mit der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung besteht der aktuelle Vermieter, dass keine offenen Mietschulden vorliegen und die Mietzahlungen regelmäßig eingegangen sind.

Besonders in attraktiven Wohnlagen ist der Wettbewerb unter Mietinteressenten hoch. Vermieter haben deswegen die Möglichkeit auf Nummer sicher zu gehen und verlangen mit der Mietzahlungsbestätigung eine weitere Referenz von ihrem zukünftigen Mieter.

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Mietschuldenfreiheitsbescheinigung: Was ist das?

Eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung oder auch Mietzahlungsbestätigung wird von dem aktuellen Vermieter ausgestellt und dient für Mieter als positive Referenz, dass du ein zuverlässig zahlender Mieter bist. Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung gehört deswegen als Referenz in jede komplette Wohnungsbewerbung.

Mit der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung als Schreiben von Vermietern für Vermietern erhoffen sich die Eigentümer potenzielle Mietnomaden von vornherein auszuschließen. Das ist auch verständlich. Ist nämlich erst einmal ein Mietvertrag unterschrieben, dann ist bei Mietausfall die Zwangsräumung für Vermieter nicht nur ärgerlich, sondern auch ein finanzielles Risiko.

Inhalt der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Das steht in der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
Diese Angaben sollten in einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung stehen.
  • Kontaktdaten vom Vermieter / Hausverwaltung
  • Kontaktdaten vom Mieter
  • Mietzeitraum
  • Bestätigung der pünktlichen und vollständigen Mietzahlungen
  • Datum und Unterschrift des Vermieters

Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ist ein inoffizielles Dokument für Mieter als auch Vermieter und kann entsprechend den Wohn- und Lebenssituationen angepasst werden.

Was kostet die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung?

Wurde eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung nicht im Mietvertrag mit den genauen Kosten festgelegt, dann liegt es im Ermessen vom Vermieter eine entsprechende Bescheinigung kostenlos auszustellen oder eine angemessene Gebühr für den Aufwand zu erheben. Die Aufwandsentschädigung schwankt zwischen 5 und 50 Euro.

Mieter mit privaten Vermietern empfehlen wir die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszufüllen und dem Vermieter zur Unterschrift bei einem Besichtigungstermin zum Auszug mit der Bitte um Unterschrift vorzulegen. Viele Vermieter zeigen sich durchaus kulant und soweit die Vorlage bereits vom Mieter ausgefüllt wurde.

Wer stellt die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung aus?

Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung wird vom Vermieter oder Eigentümer ausgestellt. Mit diesem Schreiben bestätigt der Vermieter, dass der Mieter den Mietzins stets vollständig und fristgerecht gezahlt hat. Vermieter mit einem größeren Immobilienbestand haben häufig bereits Erfahrungen mit dem Wunsch von Mieter nach einer Mietzahlungsbestätigung. Frage deinem Vermieter, ob er dir eine entsprechende Bescheinigung ausstellen kann.

Noch besser ist es jedoch, wenn der Mieter bereits vorher aktiv geworden ist und das Muster der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung selbständig ausgefüllt hat und der Vermieter nur noch unterschreiben muss. Damit sparst du dem Vermieter Zeit und erhöhst dadurch deine Chancen auf eine schnelle Unterschrift unter der Referenz von deinem Vermieter für die Wohnungsbewerbung.

Müssen Vermieter eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ausstellen?

Mieter haben keinen generellen Anspruch darauf, dass der Vermieter eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ausstellt. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil (BGH, Az.: VIII ZR 238/08) entschieden. Nach Auffassung des Gerichtes kann die Ausstellung einer Mietschuldenfreiheitsbestätigung im Streitfall nachteilig für den Vermieter sein.

Unser Tipp für Mieter: Wer sichergehen möchte, dass er eine Mietzahlungsbestätigung vom Vermieter erhält, sollte dies im Mietvertrag festhalten.

Alternative zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Falls der Vermieter eine Ausstellung einer Bescheinigung verneint, solltest du nicht den Kopf in den Sand stecken. Die Mietzahlungsbestätigung ist nur ein Baustein von vielen in der Wohnungsbewerbung. Sollte dein neuer Vermieter dennoch auf einen Nachweis deiner bisher gezahlten Mietzahlungen bestehen, dann kannst du auch Kontobelege mit den entsprechenden Abbuchungen der Miete zur Verfügung stellen.

Falls du die Überweisungsbelege bzw. Kontoauszüge als Alternative zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung verwendest, solltest du alle irrelevanten Abbuchungen auf den Belegen schwärzen. Als weitere Option können Mieter auch Quittungen über die Zahlungseingänge anfordern. Diese müssen vom Vermieter ausgestellt werden. Manche Vermieter verlangen für die Ausstellung von Quittungen eine Gebühr in Höhe von 20 bis 50 Euro.

Die gängigste Alternative zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ist die Selbstauskunft von Mietern. Die Mieterselbstauskunft umfasst eine Selbstauskunft mit eigenen Angaben und die offizielle SCHUFA-Auskunft. Beide Unterlagen sind in der Regel ausreichend, um die Bonität und Zahlungsmoral gegenüber Vermietern glaubwürdig zu belegen.

Von einer aufwendigen handschriftlichen Dokumentation der geleisteten Mietzahlungen raten wir Mietern ab.

Vorteile einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Für Mieter liegt der Vorteil einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auf der Hand, dient diese Bescheinigung doch als weiterer Pluspunkt für zukünftige Wohnungsbesichtigungen. Die Referenz des eigenen Vermieters ist für viele Immobilienbesitzer nochmal ein deutliches Zeichen, dass es sich bei dem potenziellen Mieter um keinen Mietnomaden handelt.

Der Vorteil eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszustellen ist für Vermieter dagegen nicht ganz so augenscheinlich. Vermieter haben so gut wie keinen Mehrwert und scheuen den zusätzlichen Aufwand. Vermieter sollten jedoch auch auf ein gutes Mietverhältnis zu dem Mieter wert legen und mit der Unterschrift unter der Mietzahlungsbestätigung den guten Willen signalisieren. Das kann sprichwörtlich ein „Türöffner“ sein, wenn es später um die Neuvermietung geht und man auf ein Stück weit auf die zeitliche Flexibilität des Mieters angewiesen ist.

Nachteile einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Für Mieter gibt es so gut wie keine Nachteile so weit die Mietzahlungen auch tatsächlich nahtlos gezahlt wurden. Einige Vermieter lassen sich den Aufwand entschädigen und verlangen eine Gebühr von 5 bis 50 Euro für die Bescheinigung.

Vermieter, die eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ausstellen laufen in Gefahr bei zukünftigen Rechtsstreitigkeiten einen Nachteil zu haben. Das gilt besonders dann, wenn um Mietminderungen oder andere Zahlungen gestritten wird.

Aber auch Vermieter, welche von Wohnungssuchenden im Rahmen einer Wohnungsbewerbung eine Mietzahlungsbestätigung verlangen, werden von den Gerichten kritisch gesehen. Mit dieser Vorgabe werden nämlich Mieter benachteiligt, die von dem Recht einer Mietminderung Gebrauch gemacht haben. Ebenso kann es auch nicht die Schuld des potenziellen Mieters sein, wenn der aktuelle Vermieter keine Bescheinigung ausstellen möchte, um den aktuellen Mieter möglichst lange in der Mietwohnung zu halten.

Vermieter verweigert eine Mietzahlungsbestätigung. Was du tun kannst.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung von Vermieter anfragen: Das kannst du tun
Ärgerlich für Mieter: Vermieter können auch eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung verweigern.

Mieter haben keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Das hat bereits der Bundesgerichtshof entschieden. Nach Auffassung der Gerichte ist die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung keine zwingend notwendige Unterlage für die Wohnungsbewerbung. Das sehen viele Mieter anders, besonders wenn der Immobilienmarkt, wie zum Beispiel in Berlin und anderorts hart umkämpft ist. Aus diesem Grund suchen Mieter nach Alternativen für die Bescheinigung.

Das kannst du tun, wenn der Vermieter sich weigert eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszustellen.

  1. Klärendes Gespräch suchen

    Manchmal war die Situation bei der ersten Anfrage einfach ungünstig, der Vermieter hatte einen schlechten Tag oder versteht den Sinn und Zweck der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung einfach nicht.
    Deswegen ist unser Tipp: War das erste Gespräch nicht erfolgreich, lasse ein paar Tage Zeit verstreichen und versuche nochmal deinen Vermieter persönlich oder telefonisch zu kontaktieren.

  2. Vorarbeit leisten

    Viele Vermieter scheuen den Aufwand sich über den Inhalt und Form der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung zu informieren. Suche im Internet nach einem Muster für die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung oder verwende die kostenlose Vorlage von Budenheld.de. Trage alle Daten ein und lasse nur das Feld für die Unterschrift für den Vermieter offen. Beim nächsten persönlichen Treffen bittest du den Vermieter um seine Unterschrift. Alternativ versuche einen Termin vereinbaren und lege die „unterschriftsreife“ Mietschuldenfreiheitsbescheinigung vor.

  3. Vorteile für Vermieter aufzeigen

    Viele Mieter erwarten die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung als Akt des guten Willens. Leider reicht das einigen Vermietern nicht. In diesem Fall empfehlen wir Mietern nach Vorteilen für Vermietern zu suchen, welche man im Gegenzug für die Unterschrift erbringen kann. Das kann zum Beispiel ein Zugeständnis bei der Hilfe nach einem Nachmieter oder flexibleren Besichtigungszeiten sein. Ebenso kann man anbieten, dass man für den Vermieter neue und aussagekräftige Fotos von der Wohnung erstellt.
    Unser Tipp: Suche gezielt nach Quid pro quo bzw. eine „Hand wäscht die andere“ Argumenten für die Unterschrift unter der Bescheinigung.

  4. Frage nach den Gründen für die Ablehnung

    Verweigert ein Vermieter die Unterschrift unter der Mietzahlungsbestätigung bringt, dass die Wohnungssuche manchmal ganz schön ins Stocken. Oft ist der Ärger von Mietern in der Situation besonders groß und ebenso auch das Unverständnis für den Vermieter. Mieter sollten sich aber nicht von ihren Gefühlen leiten lassen und kühl und gelassen den Vermieter nach seinen Beweggründen fragen.
    Unser Tipp: Kühl und gelassen auf eine Ablehnung reagieren und den Vermieter nach seinen sachlichen Gründen fragen. Scheuen Vermieter zum Beispiel den Aufwand kann man eine vorausgefüllte Bescheinigung und Aufwandsentschädigung vorschlagen.

  5. Nach Alternativen suchen

    Sollte sich der Vermieter immer noch weigern, so fragen so kannst du nach Quittungen fragen. Diese muss der Vermieter lückenlos zur Verfügung stellen. Diese sind zwar nicht so schön, wie eine ausgestellte Referenz für den neuen Vermieter, dennoch oft besser als nichts vorweisen zu können. Auf jeden Fall solltest du aber auch eine Mieterselbstauskunft ausfüllen und dort angeben, dass du keine offenen Mietschulden hast.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung für die erste Wohnung

Studenten oder Auszubildende ziehen häufig zum Studium oder zur Ausbildung in die erste eigene Wohnung. Eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ist bei einem Auszug aus dem Elternhaus undenkbar. Eine Alternative ist eine Mietbürgschaft der Eltern. Die Mietbürgschaft sollte zusammen mit Selbstauskunft von den Eltern als Alternative zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung für junge Mieter auf den Weg in die erste eigene Wohnung abgegeben werden.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung für Untermieter

Für Untermieter kann der Hauptmieter eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ausstellen. Diese Bescheinigung hat aber meist weniger Gewicht als von dem Eigentümer der Wohnung. Vermieter wissen nur zu gut, um das häufig lockere Verhältnis zwischen Hauptmieter und Untermieter.

Vorsicht bei Einzugsermächtigungen

Mancher Vermieter möchte die monatliche Miete gerne mit einer Einzugsermächtigung (SEPA-Lastschriftverfahren) einziehen. Das hat für den Mieter den Vorteil, dass er nicht Gefahr läuft durch Nachlässigkeit in Zahlungsverzug zu kommen. Aber Vorsicht! Wird das Geld vom Vermieter eingezogen, sollte ein Widerruf im Falle einer anstehenden Mietminderung immer möglich sein.

Im Video: Was genau ist eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung?

Häufig gestellte Fragen zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Was kostet eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung?

Vermieter können eine Gebühr als Aufwandsentschädigung für die Ausstellung einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung verlangen. Eine angemessene Gebühr kann zwischen 5 Euro und 50 Euro liegen.
Mehr Informationen zu den Kosten und weitere Tipps für eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung findest du hier.

Was ist eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung?

Eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung wird von deinem Vermieter ausgestellt und dient für dich als Nachweis bei der Wohnungssuche, dass du deine bisherigen Mietzahlungen zuverlässig gezahlt hast. Ein echter Vorteil gegenüber anderen Wohnungssuchenden.
Tipps und Tricks zu der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung findest du hier.

Wo bekomme ich eine Mietzahlungsbestätigung?

Eine Mietzahlungsbestätigung erhältst du von deinem aktuellen Vermieter. Für private Vermieter solltest du bereits die Bescheinigung Vorausfüllen und nur noch zur Unterschrift vorlegen. Bei größeren Wohnungsgesellschaften reicht in vielen Fällen eine telefonische oder schriftliche Anfrage auf einen entsprechenden Nachweis. Die Unternehmen verwenden häufig eigene Vorlagen.
Alle Informationen und Vorlagen zur Mietzahlungsbestätigung findest du hier.

Was steht in einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung?

In der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung bestätigt der Vermieter dem Mieter, dass keine offenen Mietschulden vorhanden sind und der Mieter seinen Mietzahlungen stets fristgerecht nachgekommen ist. Inhalt der Bescheinigung sind die Kontaktdaten vom Vermieter bzw. der Hausverwaltung, die Kontaktdaten vom Mieter, der Mietzeitraum und schriftliche Bestätigung der pünktlichen und vollständigen Mietzahlungen sowie Datum und Unterschrift des Vermieters.
Mietschuldenfreiheitsbescheinigung: Muster für Mieter und Vermieter

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