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Der Gang zum Einwohnermeldeamt

Bürgeramt, Bürgerbüro, Kundenzentrum, dieselbe Behörde unter vielen Namen. Wo sie in deinem Bundesland sitzt, wie du an einen Termin kommst und was du dort sonst erledigen kannst.

Zuletzt geprüft im September 2026

Das Einwohnermeldeamt und seine vielen Namen

Einwohnermeldeamt, Bürgeramt, Bürgerbüro, Meldestelle, Kundenzentrum, gemeint ist überall dieselbe Behörde: die Meldebehörde deiner Gemeinde. Sie führt das Melderegister, nimmt An-, Um- und Abmeldungen entgegen und stellt Meldebescheinigungen aus.

Bürgeramt in einem Verwaltungsgebäude
Je nach Bundesland heißt die Stelle anders, die Aufgabe ist dieselbe. Foto: Bärbel Miemietz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Welchen Namen sie trägt, hängt vom Bundesland und von der Größe der Kommune ab. Bayern nennt sie meist Einwohnermeldeamt, Nordrhein-Westfalen Bürgeramt, Hessen und Niedersachsen Bürgerbüro, Hamburg Kundenzentrum. Für die Sache selbst macht das keinen Unterschied.

Welche Stelle für dich zuständig ist

Zuständig ist immer die Meldebehörde am neuen Wohnort, mit einer wichtigen Einschränkung: In mehreren Bundesländern erledigen größere Verwaltungseinheiten die Aufgabe für kleine Gemeinden mit.

  • Ämter in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein
  • Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt
  • Samtgemeinden in Niedersachsen
  • Verwaltungsgemeinschaften und erfüllende Gemeinden in Bayern, Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg

Wohnst du in einer solchen Gemeinde, sitzt die Meldestelle unter Umständen im Nachbarort. In Großstädten gilt das Gegenteil: Köln, Duisburg, Essen und Berlin verteilen die Anmeldung auf mehrere Standorte, zwischen denen du frei wählen kannst.

Termin bekommen

In Ballungsräumen ist der Termin der eigentliche Engpass, nicht das Formular. Drei Wege helfen zuverlässig: die Online-Terminvergabe direkt nach Mitternacht prüfen, weil viele Städte dann neue Kontingente freischalten; auf kurzfristig frei werdende Restplätze am frühen Morgen achten; und die Standorte am Stadtrand mitprüfen, die oft deutlich früher freie Zeiten haben als das Hauptamt.

Bekommst du keinen Termin innerhalb der Zwei-Wochen-Frist aus § 17 BMG, buche den nächsten freien und bewahre die Bestätigung auf. Sie zeigt, dass die Verzögerung nicht bei dir lag.

Für Menschen ohne festen Wohnsitz und für Wohnungslose gibt es gesonderte Verfahren; die Meldebehörde kann eine Anschrift zur Postzustellung eintragen, damit Behördenpost und Leistungsansprüche nicht ins Leere laufen. Auch das ist am selben Schalter zu klären.

Was du dort sonst noch erledigst

Die Meldebehörde ist für mehr zuständig als die Anmeldung. Üblicherweise bekommst du dort auch den neuen Personalausweis und Reisepass, die Meldebescheinigung, das Führungszeugnis, die Beglaubigung von Kopien und Unterschriften sowie den Wohnberechtigungsschein, wo die Gemeinde ihn ausstellt.

Weil das alles an einem Schalter läuft, lohnt es sich, mehrere Anliegen in einen Termin zu legen. Ein ablaufender Ausweis lässt sich gut mit der Anmeldung verbinden, das Passfoto bringst du dann gleich mit.

Frist, Bußgeld und was in der Praxis passiert

Die Zwei-Wochen-Frist aus § 17 Absatz 1 BMG läuft in Kalendertagen ab dem tatsächlichen Einzug. Fällt das Fristende auf ein Wochenende oder einen Feiertag, verschiebt es sich auf den nächsten Werktag.

Der Bußgeldrahmen des Bundesmeldegesetzes reicht bis in den vierstelligen Bereich, doch das ist der gesetzliche Höchstwert und nicht die Praxis. Bei einer Verspätung von wenigen Tagen bleibt es fast immer bei einem Hinweis; erst wer sich über Monate gar nicht meldet oder auf Nachfragen nicht reagiert, muss mit einem Verfahren rechnen.

Wichtiger als das Bußgeld sind die Folgeprobleme. Ohne Anmeldung fehlt die Meldebestätigung, und die wird an vielen Stellen verlangt: beim Abschluss eines Mobilfunkvertrags, beim Ummelden des Fahrzeugs, bei der Anmeldung des Hundes, bei Bankgeschäften und bei jeder Behörde, die deinen Wohnsitz nachweisen lassen muss.

Was mit deinen Daten passiert

Aus dem Melderegister fließen Daten automatisch weiter, an die Rundfunkbeitragsstelle, an das Finanzamt, an die Meldebehörde deines alten Wohnorts und, sofern du Mitglied bist, an die Religionsgemeinschaft wegen der Kirchensteuer. Du musst diese Stellen also nicht gesondert informieren.

Was nicht automatisch läuft, sind private Verträge: Bank, Versicherung, Arbeitgeber, Stromanbieter und Post ändern die Adresse nur, wenn du es ihnen sagst. Genau dafür lohnt sich der Weg über die Adressänderung gleich im Anschluss.

Wer nicht möchte, dass Adressdaten an Dritte weitergegeben werden, kann bei der Meldebehörde Übermittlungssperren eintragen lassen, etwa gegenüber Parteien vor Wahlen, Adressbuchverlagen oder Anfragen zu Alters- und Ehejubiläen. Das ist kostenlos und mit einem kurzen Antrag erledigt.

Wenn du nicht selbst kommen kannst

Die Anmeldung ist keine höchstpersönliche Angelegenheit: Eine andere Person kann sie mit einer schriftlichen Vollmacht, deinem Ausweisdokument und der Wohnungsgeberbestätigung für dich erledigen. Das ist der übliche Weg bei Auslandsaufenthalten, Schichtdienst oder wenn ein Familienmitglied alle Anmeldungen zusammen übernimmt.

Umzug innerhalb derselben Gemeinde

Ziehst du nur eine Straße weiter, gilt dieselbe Frist und dieselbe Pflicht. Man spricht dann von einer Ummeldung statt einer Anmeldung, doch der Ablauf ist identisch: neue Wohnungsgeberbestätigung, Termin, Ausweis mitbringen. Ein Wechsel innerhalb desselben Hauses zählt ebenfalls, sobald sich die Wohnungsnummer ändert.

Wechselst du dagegen nur den Status zwischen Haupt- und Nebenwohnung, genügt eine formlose Mitteilung an die Meldebehörde. Das kommt häufiger vor, als man denkt, etwa wenn ein Studienort zur Hauptwohnung wird oder eine Zweitwohnung aufgegeben wird.

Häufige Fragen

Kann ich mich in jeder Filiale meiner Stadt anmelden?

In den meisten größeren Städten ja, die Standorte sind gleichwertig. In kleineren Gemeinden gibt es nur eine Meldestelle.

Brauche ich einen Termin oder kann ich einfach hingehen?

Das unterscheidet sich stark. Viele Städte arbeiten ausschließlich mit Terminen, andere halten Zeiten für Spontanbesuche frei. Die Seite deiner Gemeinde sagt es dir.

Was ist der Unterschied zwischen Meldebescheinigung und Meldebestätigung?

Die Bestätigung bekommst du kostenlos direkt bei der Anmeldung. Die Bescheinigung ist ein gesondertes Dokument, das später ausgestellt wird und meist eine kleine Gebühr kostet.

Kann ich mich online anmelden?

Ja, die elektronische Wohnsitzanmeldung ist inzwischen in allen Bundesländern verfügbar. Nötig sind der Ausweis mit Online-Funktion, die PIN und ein NFC-fähiges Gerät.

Was passiert mit meiner alten Adresse?

Sie wird bei der Anmeldung am neuen Ort automatisch abgemeldet. Ein gesonderter Gang zur alten Meldebehörde entfällt.

Muss ich meinen Ausweis ändern lassen?

Die Adresse auf dem Ausweis wird bei der Anmeldung aktualisiert, meist mit einem Aufkleber. Ein neues Dokument brauchst du dafür nicht.

Auf einen Blick
Andere NamenBürgeramt, Bürgerbüro, Kundenzentrum
ZuständigMeldebehörde am Wohnort
Frist14 Tage ab Einzug (§ 17 BMG)
Kostenkeine
Vertretungmit Vollmacht möglich