Die Finanzierungsbestätigung – was ist zu beachten?

Kaum ein Immobilienkauf findet in der heutigen Zeit ohne Finanzierungsbestätigung (oder Finanzierungszusage) statt. Doch was beinhaltet dieses Schriftstück und wofür wird es überhaupt gebraucht? Was steht in der Finanzierungsbestätigung und was hat darin nichts zu suchen? Ist dieses Schriftstück immer notwendig, bevor alle Beteiligten rund um die Immobilie beim Notar verbindlich unterschreiben?

Auf all diese Fragen und noch viele mehr erhältst du die passenden Antworten in diesem Beitrag. Eines vornweg: Eine Finanzierungsbestätigung ist in der heutigen Zeit beim Immobilienkauf üblich und wird weit vor der Unterschrift auf dem verbindlichen Kreditvertrag ausgestellt. Der Verkäufer will sich damit absichern, dass der Kaufinteressenten den Angebotspreis auch bezahlen kann. Kaufinteressenten sind gut beraten bereits zum ersten Besichtigungstermin eine Finanzierungsbestätigung mitzunehmen.

Unsere Empfehlung: Eine Finanzierungsbestätigung sollte bereits bei dem ersten Besichtigungstermin vorliegen. Kannst du deine Zahlungsfähigkeit belegen ist das ein echter Vorteil beim Immobilienkauf gegenüber unvorbereiteten Kaufinteressenten. Nach einem kostenlosen Vergleich eines Finanzierungspartners und anschließendem Erstgespräch kannst du eine Finanzierungsbestätigung bereits nach wenigen Stunden erhalten.



Finanzierungsbestätigung: Was ist das?

Die Finanzierungsbestätigung (auch als Finanzierungskostenbestätigung oder Finanzierungszusage bezeichnet) wird in der Regel von einer Bank ausgestellt, die den Kredit für die Immobilie (zum Beispiel Eigentumswohnung, ein Haus oder Grundstück) gewährt. Die Bestätigung wird unterschrieben und schriftlich von der Bank vorgelegt. Dabei handelt es sich um eine formlose und meist unverbindliche Zusage der Bank. Die Bestätigung stellt also meistens keinerlei Verbindlichkeit der tatsächlichen Ausreichung des Darlehens für die Immobilie dar. Die meisten Banken verlangen keine Gebühr für die Ausstellung und halten sich an eine rein unverbindliche Zusage. In einzelnen Fällen aber stellt die kreditgebende Bank die Bestätigung verbindlich aus und nicht nur unter Vorbehalt. Fakt ist, dass die Bonität des Käufers eines Immobiliengeschäftes in der Finanzierungsbestätigung dokumentiert werden soll.

Wie bekommt man eine Finanzierungsbestätigung?

Eine Finanzierungsbestätigung erhält der Immobilieninteressent von einer Bank seiner Wahl. Mit einem ersten Vergleich von Finanzierungspartnern kannst du ein unverbindliches und kostenloses Erstgespräch vereinbaren. Nach der Aufnahme deiner Daten kann der Finanzberater meist am selben Tag noch eine Finanzierungsbestätigung ausstellen.



Warum wird die Bestätigung ausgestellt?

Verkäufer einer Immobilie möchten sichergehen, dass der potenzielle Käufer den Kaufpreis auch zur vereinbarten Fälligkeit (im Notarvertrag festgelegt) bezahlen können. Um das Geschäft unter Dach und Fach zu bringen, wird beim Notar der Kaufvertrag von Käufer und Verkäufer besiegelt. Damit der Verkäufer aber sicher davon ausgehen kann, dass der Notarvertrag auch mit einem finanziell solventen Käufer geschlossen wird, der allen vertraglichen Verpflichtungen nachkommt, ist im Vorfeld eine Finanzierungsbestätigung durchaus üblich.

Diese Bescheinigung soll die gute Bonität des potenziellen Käufers schriftlich festlegen. Die Ausstellung der Bestätigung erspart unnötige Aufwendungen und Zeiteinsatz, damit das Geld nach Abschluss des notariellen Kaufvertrages auch sicher fließen wird. Die Finanzierungsbestätigung bietet also in erster Linie Sicherheit für den Verkäufer.

Warum brauche ich eine Finanzierungsbestätigung?

Vor allem bei hohen Investitionssummen wie bei einem Hauskauf mit Grundstück kann es dem Verkäufer passieren, dass der Käufer nicht solvent ist. Dies würde bedeuten, dass der Käufer nicht kreditwürdig wäre. Wenn dieser Fall eintritt und auch nicht genügend Eigenkapital zum Kauf des Objektes vorliegt, ist dies natürlich vor allem für den Verkäufer eine ungute Angelegenheit. In vereinzelten Fallen kann es in der Praxis vorkommen, dass sich ein potenzieller Käufer noch überhaupt nicht mit der Bezahlung bzw. Finanzierung eines Hauses auseinandergesetzt hat. Dennoch möchte der Käufer zum Notar schreiten, um den Kaufvertrag zu unterzeichnen, was mit Gebühren und Zeiteinsatz verbunden ist. Wenn aber der Preis für Haus- und Grundbesitz nicht bezahlt werden kann, ist dies für den Verkäufer mit Kosten und jede Menge an Nervenstrapazen verbunden. Für alle am Hauskauf beteiligten Parteien wäre dies eine mehr als ungünstige Situation. Um dies zu vermeiden und Zeit sowie Kosten zu sparen, dient die Finanzierungsbestätigung als grobe Absicherung für den Verkäufer.

Nicht ohne Finanzierungsbestätigung! Bitte niemals den Kaufvertrag vor der Finanzierungszusage der Bank abschließen! Dies gilt für alle Beteiligten rund um den Kauf von Haus- und Grundbesitz. Die Zusage der Bank schützt auch den potenziellen Käufer, dass er mit dem Baudarlehen die Immobilie bezahlen kann sowie den Verkäufer, sein Geld zu erhalten. Deshalb reduziert die Ausstellung einer Finanzierungsbestätigung zwar nicht zu 100 % jegliches Risiko, bietet aber einen guten Anhaltspunkt, dass das Geschäft gut unter Dach und Fach gebracht wird.

Wie lange dauert es, bis eine Finanzierungsbestätigung erstellt wird?

Als Basis gilt: Je fundierter die eingereichten Unterlagen, desto schneller wird die Bestätigung ausgestellt. Zudem hängt es vom Arbeitsaufwand und von der Bank ab, wie schnell eine Zusage schriftlich ausgestellt wird.

Tipp: Wer bereits bei der Bank bekannt ist, die den Kredit für Haus- und Grundbesitz ausreicht, kann oft schneller als ein Neukunde mit der Finanzierungsbestätigung rechnen. Der gute Eindruck, den eine Bank bereits in Sachen Bonität gewonnen hat, ist oft viel Wert.

Unterschied zwischen Finanzierungsbestätigung und Finanzierungszusage

Eine Finanzierungsbestätigung wird, wie die Finanzierungszusage ebenso, im Rahmen eine Baufinanzierung ausgestellt. Beide Schriftstücke können eine verbindliche oder eher unverbindliche Zusage darstellen. Doch ebenso ist es möglich, dass die Bank nur unter Vorbehalt (zum Beispiel erst dann, wenn wichtige Unterlagen vorgelegt werden oder ein Nachweis von Eigenkapital erbracht wird) die Zusage ausspricht. Im Allgemeinen ist die Finanzierungsbestätigung der -zusage meist gleichgesetzt und es besteht kein rechtlicher Unterschied der beiden Dokumente. Deshalb kann jeder Käufer und Verkäufer die Finanzierungszusage und Finanzierungsbestätigung als Synonym betrachten.

Übrigens: Die meisten Banken möchten sich nicht verbindlich zu etwas verpflichten. Deshalb sind schwammige und unverbindliche Finanzierungsbestätigungen durchaus üblich.

Was kostet die Finanzierungsbestätigung?

In den meisten Fällen verdienen die Banken gut genug am Baudarlehen, damit die Finanzierungszusage keine zusätzlichen Preise kostet. Allerdings sollte der Käufer vor der Ausstellung der Zusage abklären, ob ggf. Gebühren dafür zu tragen sind. Die Kosten für die Bestätigung bezahlt in der Regel der Käufer selbst und sie werden von seinem Girokonto eingezogen. Bei Gewerbekunden allerdings verlangen die meisten Banken übliche Spesen, die vertraglich aber genau festgelegt und durch Unterschrift bestätigt werden.

Finanzierungsbestätigung online beantragen

Kreditanfragen können heutzutage in den häufigsten Fällen schon zeitnah in verbindliche Kreditverträge umgewandelt werden. Deshalb erübrigt sich sehr oft eine Finanzierungsbestätigung vor der Unterzeichnung der Darlehensverträge. Die Bank ist meist schon innerhalb von wenigen Tage in der Lage dazu, schon den passenden und verbindlichen Kreditvertrag vorzulegen. Dieser ersetzt die Finanzierungsbestätigung bzw. -zusage und gilt als hervorragende Absicherung für Käufer und Verkäufer.

Finanzierungsbestätigung: Welche Unterlagen sind notwendig?

Diese Unterlagen brauchst du für eine Finanzierungsbestätigung
Gut vorbereitet auf Immobiliensuche mit der Finanzierungsbestätigung

Eines vorneweg: Je aussagefähiger und umfangreicher die Unterlagen, die der Kreditnehmer einreicht, desto besser. Eine Bank muss sich ein objektives Bild darüber machen, wie solvent der Kreditnehmer ist. Ohnehin muss jeder Kreditnehmer alle wichtigen Unterlagen spätestens bei der Unterzeichnung der Darlehensverträge einreichen  – und zwar schriftlich. Erfahrene Darlehensnehmer stellen also alle elementaren Unterlagen, die in der Liste vorgestellt sind, in einer ordentlichen Mappe schon im ersten Kreditgespräch mit der Bank systematisch zusammen. Egal, ob Gehaltsnachweis oder Steuerbescheinigung: Je strukturierter die Kreditunterlagen, desto schneller wird die Finanzierungszusage erstellt.



Damit du die Bestätigung im Grundsatz erhältst, benötigt die kreditgebende Bank in der Regel folgende Unterlagen und Informationen:

  • Nachweise über das Einkommen
  • Sicherheiten-Nachweis
  • Personalausweis oder Reisepass
  • SCHUFA-Selbstauskunft
  • Daten zur Immobilie

Nachweise über das Einkommen

Im Normalfall wird die Bank, die das Baudarlehen ausreicht, direkt Nachweise über das Einkommen verlangen. Wenn das Gehalt auf das Konto bei der Kreditbank bezahlt wird, dann reicht der Kontoauszug oft als Einkommensnachweis aus. Daneben dienen Gehaltsbescheinigungen oder bei Freiberuflern (bzw. Selbstständigen) Steuererklärungen oder – bescheide als Einkommensnachweise. So kann das Kreditinstitut schnell erkennen, ob der Kapitaldienst für Zins- und Tilgung auf Dauer erbracht werden kann.

Sicherheiten-Nachweis

Der Kredit für Haus- und Grundbesitz wird über die Eintragung einer Buchgrundschuld abgesichert. In den meisten Fällen wird die Grundschuldbestellung gemeinsam mit der Unterzeichnung des Kreditvertrages vom Finanzierungsinstitut an den Notar geschickt. Doch die Finanzierungsbestätigung wird schon vorher schriftlich ausgestellt. Deshalb ist es wichtig, als Sicherheit Nachweise zu Lebensversicherungen, Depots, Sparguthaben oder Eigenkapital zu erbringen. Auch eine weitere Immobilie dient natürlich als Sicherheitsnachweis für den Kreditnehmer. Je mehr Nachweise vorliegen, desto besser für das „Go“ der Finanzierungszusage.

Personalausweis oder Reisepass

Die Legitimation muss bei jeder Bank vorliegen oder nachgewiesen werden. Vor allem dann, wenn ein Neukunde bei der Bank zum ersten Mal auftritt, muss der Personalausweis oder Reisepass im Original vorgelegt werden. Meist macht sich das Kreditinstitut eine Kopie von den Unterlagen, die nicht beglaubigt werden.

SCHUFA-Selbstauskunft

Die meisten Banken, die Kredite für Haus- und Grundbesitz und die Finanzierungszusage ausreichen, gehören der Schufa bei. Hier wird die Bank Auskünfte über die Bonität und die Zahlungsmoral abfragen. Dazu muss der Kreditnehmer schriftlich die Zustimmung erteilen.

Daten zur Immobilie

Das A und O für eine Zusage der Finanzierung ist natürlich, dass die Bank das Objekt fundiert einschätzen kann. Damit dies möglich ist, müssen Exposé, Unterlagen über Lage, Größe, ein Bauplan und den Zustand des Hauses bzw. der Wohnung vorgelegt werden. Zudem ist es notwendig, einen Grundbuchauszug, Fotos des Objektes und Daten über Infrastruktur und Umgebung schriftlich nachzuweisen.

Auch hier gilt: je aussagefähiger die Dokumente, desto besser für die Einschätzung der Finanzierung. Hierzu zählen Preise für Grundstück, das Objekt, Tiefgarage und alles, was beim Immobilienkauf mit dazugehört. Zu den Kosten gehören auch ggf. Preise für die Renovierung, die Kosten für Makler, Grunderwerbssteuer und ggf. die Aufwendungen für den anstehenden Umzug. Nur so kann eine Bank genau prüfen, ob der Kreditnehmer sich die Immobilie auch leisten kann.

Wie ist der zeitliche Abfolge zwischen Finanzierungsbestätigung und Kreditvertrag?

Die Finanzierung von Haus- und Grundbesitz bedarf oft einiger Zeit, damit alles, was wichtig ist, formal sauber unter Dach und Fach gebracht wird. Kaum ein Banker kann ohne vorherige Rücksprache mit der Kreditabteilung eine verbindliche Zusage im Alleingang erteilen. Außerdem müssen vielseitige Unterlagen bei der Bank vor der Erstellung und Unterschrift des Kreditvertrages eingereicht werden. Das kostet oft Zeit, die Verkäufer und Käufer nicht aufbringen möchten, bevor sie sicher wissen, ob die Finanzierung gewährt wird.

Je nach Arbeitsaufwand können sich die Kreditverhandlungen auch ohne Komplikationen über mehrere Wochen ziehen. Dazu kommt: Nach Unterzeichnung des Darlehensvertrages kann noch innerhalb einer Frist von 14 Tagen jeder Kreditvertrag schriftlich widerrufen werden. Dies kommt zwar nicht allzu häufig vor, steht aber im Gesetz. Um all diese Unwägbarkeiten auszuschließen, ist die Finanzierungszusage eine gute Basis, sich auf ein Geschäft verlassen zu können.

Damit der Verkäufer also davon ausgehen kann, dass er seinen Kaufpreis verbindlich zum Termin erhält, dient die Finanzierungsbestätigung als Absicherung. Häufig werden zudem die Käufer in diesem Zusammenhang auch gebeten, die Auskunft der Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Die Schufa ist eine privatwirtschaftliche deutsche Wirtschaftsauskunftei in der Rechtsform einer AG, Aktiengesellschaft) vorzulegen. Dies wird die Solvenz des Immobilienkäufers belegen. Die meisten Banken, die Baudarlehen ausreichen, gehören der Schufa bei. Doch all Bestätigungen kosten Zeit und verzögern manches Geschäft rund um die Immobilie.

Es ist also schnell klar: Der verbindliche Kreditvertrag wird oft erst zu einem viel späteren Zeitpunkt als die Finanzierungszusage unterschrieben. Damit der Verkäufer kein zu großes Risiko eingeht, hat er mit der Finanzierungsbestätigung ein Schriftstück in der Hand, das ihm ein gutes Gefühl vermittelt.

Muss eine Finanzierungsbestätigung vor einem Immobilienkredit ausgestellt werden?

Selbstverständlich steht es jedem Verkäufer von Haus- und Grundbesitz völlig frei, auch ohne die Bestätigung einen Termin beim Notar zu vereinbaren. Das ist vor allem dann der Fall, wenn sich Käufer und Verkäufer gut kennen oder in der Familie ein Kaufvertrag unterzeichnet wird. Es ist also durchaus möglich, auch dann, wenn noch keine Finanzierungsbestätigung einer Bank vorliegt, zum Notar zu gehen. Wer sich als Verkäufer auf die absolute Solvenz des Käufers verlassen kann, kann man durchaus auf die Finanzierungszusage vollständig verzichten.

Muss die Bank eine Finanzierungszusage ausstellen?

Nein – eine Verpflichtung zur Ausstellung einer Finanzierungsbestätigung gibt es nicht. Die meisten Finanzierungsinstitute sind jedoch daran interessiert, ein Baudarlehen mit der Zufriedenheit des Kunden abzuschließen. Deshalb stellen sie meist kostenlos eine Finanzierungszusage aus, um dem Wohl des Kunden gerecht zu werden.

Ist eine Finanzierungszusage für Käufer bindend einen Darlehensvertrag zu unterschreiben?

Nein – denn durch die Anfrage und Ausstellung einer Finanzierungsbestätigung geht der Käufer keiner rechtliche Verpflichtungen gegenüber dem Kreditgeber ein. Sollte der Käufer eine andere, günstigere und für ihn bessere Bank zu preiswerteren Konditionen finden, ist die Unterschrift auf dem Kreditvertrag auch dort möglich. Allerdings verlangen in diesem Falle Banken, mit denen das Geschäft nicht abgeschlossen wird, manchmal Bearbeitungsgebühren oder andere Kosten, die von Anfang an genau zu beleuchten sind.

Eigenkapitalnachweis als Alternative zur Finanzierungsbestätigung?

Eine Finanzierungszusage der Bank ist für den Verkäufer deutlich sicherer als eine Kopie des Kontoauszuges oder vom Sparbuch als Nachweis für Eigenkapital. Was ist, wenn die Bank nicht rechtzeitig oder gar keine Bescheinigung zur Zusage der Finanzierung erstellt?

In diesem Falle sollte der Verkäufer, wenn er schon bereit dazu ist, auf die Finanzierungsbestätigung zu verzichten, auf den Nachweis des Eigenkapitals unbedingt bestehen. Somit sichert er sich zumindest teilweise vor bösen Überraschungen ab, dass der Kaufpreis nach dem Notarvertrags nicht bezahlt werden kann. Ein Nachweis von Eigenkapital kann in Form eines Kontoauszuges, Depot-Nachweises oder der Bescheinigung einer Versicherung mit aktuellem Rückkaufswert erfolgen.

Wie sicher ist der Eigenkapitalnachweis und wie sollte er erfolgen?

Bei einem Kaufpreis von 200.000 Euro wäre ein Depotauszug von 50.000 € – 100.000 € oder die Kopie eines Sparbuches oder Festgeldes eine Absicherung, dass der Käufer die Immobilie auch bezahlen kann. In einem anderen Beispiel, in dem der Kaufpreis eines Objektes bei 300.000 € liegt, wäre ein Nachweis von einem Sparkonto in Höhe von 150.000 € eine gute Basis, auch wenn sie nicht die Zahlung des Kaufpreises dokumentiert. Diese sicheren Indikatoren sind also für den Verkäufer ein Ersatz dafür, wenn die Finanzierungsbestätigung nicht rechtzeitig erstellt und vorgelegt wird.

Achtung: Der Nachweis von Eigenkapital (zum Beispiel in Form von einfachen Kopien) ist ganz sicher keine 100%ige Garantie dafür, dass der Käufer die Immobilie auch bezahlen kann. Reine Eigenkapitalnachweise zeigen zum Beispiel nicht, ob noch weitere Schulden bestehen oder der Kapitaldienst (die Belastung für den Kredit) auch nachhaltig erbracht werden kann. Vor allem Risiken von Arbeitslosigkeit oder zu hohen monatlichen Ausgaben sind im Eigenkapitalnachweis nicht berücksichtigt. Die Finanzierungszusage einer Bank hingegen beachtet auch diese Dinge beim Kreditnehmer und stellt eine allgemeine Bestätigung der Kreditwürdigkeit aus.

Zu guter Letzt sind der gesunde Menschenverstand und ein gutes Bauchgefühl eine wichtige Grundlage, damit das Geschäft rund um die Immobilie auch tatsächlich gut funktioniert. Denke also immer auch daran, wenn es ums Geld geht: Das, was die innere Stimme und die Menschenkenntnis verraten, sind das A und O für ein gutes Geschäft!

Sollten Verkäufer auf eine Finanzierungsbestätigung bestehen?

Ja – denn wer sich zu früh auf einen Käufer festlegt, kann auf den Notargebühren sitzen bleiben. In jedem Falle geht der Verkäufer das Risiko ein, dass der Käufer vielleicht nur einen Tag vor Notartermin den Kauf der Immobilie absagt, weil der kein Geld von seiner Bank erhält. Noch schlimmer wäre es, wenn der Käufer den Kaufvertrag unterschreibt und nicht zum vereinbarten Termin bezahlt. Es ist zwar dann möglich, dass der Verkäufer dann noch vom Kaufvertrag zurücktritt, jedoch kostet dies Zeit und jede Menge an Nerven. Zuerst muss der Veräußerer immer den vereinbarten Zahlungstermin abwarten, um dann eine angemessene Frist zur erneut festgelegten Kaufpreiszahlung festzusetzen. Das kostet Zeit und ggf. auch die Möglichkeit, die Aktivitäten nach der Zahlung sinnvoll zu planen. Schließlich möchten die meisten Verkäufer von Haus- und Grundbesitz mit der Kaufpreissumme eine andere Immobilie kaufen oder andere Anlagen verbindlich abschließen. Zudem besteht das Risiko, dass zu einem späteren Zeitpunkt der Kaufpreis nach unten gedrückt wird, was zu finanziellen Einbußen für den Verkäufer führen kann.

Hat der Käufer einen Nachteil, wenn er keine Finanzierungsbestätigung erhält?

Wenn ein Käufer ohne Bestätigung für den Kredit der Bank zum Notar geht, dann entsteht auf alle Fälle die Notargebühr für den Kauf von Haus- und Grundbesitz. Die Kosten belaufen sich meist im vier- oder fünfstelligen Bereich. Wenn die Bank nun kein Darlehen gewährt, bleibt der Käufer auf diesen Kosten sitzen. Egal, ob er das Objekt nun tatsächlich erwirbt oder nicht: Die Kaufnebenkosten entstehen unabhängig von der Finanzierung. Wer möchte schon eine große Summe aufwenden, ohne die Sicherheit zu haben, Haus- und Grundbesitz auch von der Bank finanziert zu bekommen? Diese Nebenkosten sind für den Käufer verlorenes Geld, sollte er zu einem späteren Zeitpunkt den Kaufpreis ohne Kredit nicht bezahlen können.

Unser Fazit zur Finanzierungsbestätigung

Im Klartext: Eine Finanzierungsbestätigung ist eine unverbindliche Zusage, dass eine Bank bereit dazu ist, unter bestimmten Voraussetzungen einen Kredit für Haus- und Grundbesitz zu gewähren. Die Bank bestätigt also schriftlich und mit 2 Unterschriften (4-Augen-Prinzip), ein bestimmtes Vorhaben zu finanzieren. Schon vor dem Gang zum Notar kann sich mit der schriftlichen Zusage der Verkäufer absichern, dass er seinen Verkaufspreis auch zur Fälligkeit aufs Konto überwiesen bekommt. Auch für den Käufer bietet die Finanzierungszusage Sicherheit, eine kreditgebende Bank an der Seite zu wissen.

Die Finanzierungszusage wird in den meisten Fällen innerhalb der Vertragsverhandlungen rund um den Kauf von Immobilien verlangt. Sie ist durchaus üblich, auch wenn sie nicht als verbindliche Absicherung für die Beteiligten des Immobiliengeschäftes dient. In den meisten Fällen verlangen die Banken keine Gebühren für Ausstellung dieser Bescheinigung.

Die Vor- und Nachteile einer Finanzierungsbestätigung

Eine Finanzierungszusage kann folgende Licht- und Schattenseiten mit sich bringen.

Vorteile

  • Rascher, schriftlicher Nachweis der Bonität des potenziellen Käufers
  • Dadurch kann die Abwicklung des Kaufprozesses beschleunigt werden
  • Sicherheit für den Verkäufer, dass der Kaufpreis pünktlich bezahlt wird
  • Schriftlicher Nachweis über die finanzielle Situation für alle Personen, die am Kauf der Immobilie beteiligt sind
  • Auch der Käufer wird nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages den Kredit bei der Bank bekommen und das Geschäft verbindlich abschließen können

Nachteile

  • Es könnten Gebühren anstehen
  • Keine verbindliche Zusage wie beim Kreditvertrag

Muster einer Finanzierungsbestätigung

Finanzierungsbestätigungen werden in der Regel unverbindlich formuliert. Viele Kaufinteressenten sind deswegen verunsichert. Dafür gibt es aber häufig kein Grund. Die Bank möchte lediglich zu einem frühen Zeitpunkt noch keine rechtssichere Zusage aussprechen ohne eingehende Prüfung der Finanzen und des Objektes.

Folgende Vorlage dient als Beispiel für eine Finanzierungsbestätigung:

„Hiermit bestätigen wir, die XY-Bank, Ihnen, dass wir im Grundsatz dazu bereit sind, die Finanzierung des Objektes Zweifamilienhaus in der Musterstraße 22 in 80 900 Musterdorf  vorzunehmen.“

Alternative Formulierung:

„Wir, die A-Bank, sagen hiermit unverbindlich zu, dass wir der Darlehensgewährung unter Vorbehalt von 200.000 € zum Kauf des Grundstücks in der Beispielstraße 33, 10 000 Beispielstadt in Deutschland, zustimmen.“

Häufig gestellte Fragen zur Finanzierungsbestätigung:

Wie schnell bekommt man eine Finanzierungsbestätigung?

Sobald der Bank oder dem Finanzmakler alle erforderlichen Unterlagen vorliegen, kann eine unverbindliche Finanzierungsbestätigung bei guter Bonität häufig noch am selben Tag ausgestellt werden. Voraussetzung dafür ist, dass einige Daten zur Immobilie u übermittelt werden.
Finanzierungspartner auswählen und unverbindliche Finanzierungsbestätigung zügig erhalten.

Was kostet eine Finanzierungsbestätigung?

Eine Finanzierungsbestätigung wird in der Regel kostenlos von der Bank ausgestellt. Dafür benötigt die Bank lediglich einige Informationen zu deiner Bonität und Daten zur Immobilie. Der Berater kann eine Finanzierungsbestätigung häufig bereits nach einem Erstgespräch ausstellen.
Kostenlos und unverbindlich: Finanzierungsbestätigung online anfragen.

Was braucht man für eine Finanzierungsbestätigung?

Für eine Finanzierungsbestätigung benötigt die Bank vorab eine Selbstauskunft vom Käufer über die Vermögensverhältnisse (Eigenkapital und Verbindlichkeiten), Einkommensverhältnisse und Angaben zur Immobilie. Anschließend kann der Berater kurzfristig eine Finanzierungsbestätigung ausstellen.
Mit diesen Unterlagen bekommst du eine Finanzierungsbestätigung.

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