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Hundesteuer und Hundehaftpflicht in Hannover

150 Euro für den ersten Hund, 276 für den zweiten, der deutlichste Zweithundaufschlag unter den großen Städten. Dazu Haftpflichtpflicht, Hundeführerschein und Registereintrag.

Zuletzt geprüft im September 2026

Was der Hund in Hannover kostet

Hannover verlangt 150 Euro für den ersten Hund und 276 Euro für den zweiten. Das ist der auffälligste Unterschied zu Hamburg, Bremen und Köln, die alle einen Einheitssatz erheben: Dort kostet jeder weitere Hund genauso viel wie der erste, in Hannover fast das Doppelte.

Stadtansicht von Hannover
Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer: Hannover setzt Sätze und Fristen selbst fest. Foto: Bärbel Miemietz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Für einen Haushalt mit zwei Hunden summiert sich das auf 426 Euro im Jahr. Zum Vergleich: In Köln wären es 348 Euro, in Bremen 300, in Hamburg 180. Wer mehrere Hunde hält, sollte diesen Aufschlag also kennen, bevor der zweite einzieht.

Der Aufschlag ist kein Zufall, sondern der eigentliche Zweck der Steuer: Sie soll die Zahl der Hunde in dicht besiedelten Gebieten begrenzen. Ein progressiver Satz wirkt dabei stärker als ein linearer, weshalb viele Kommunen ihn so gestalten.

Gerechnet wird ab dem Monat der Anmeldung; wer unterjährig zuzieht, zahlt anteilig.

Haftpflicht: in Niedersachsen für jeden Hund Pflicht

Niedersachsen gehört zu den sieben Bundesländern, die eine Hundehaftpflichtversicherung für alle Hunde vorschreiben, unabhängig von Rasse, Größe und Gewicht. Neben Niedersachsen sind das Berlin, Bremen, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Wer aus einem Land ohne diese Pflicht zuzieht, etwa aus Nordrhein-Westfalen, Hessen oder Bayern, hat sie häufig nicht und schließt sie am besten vor dem Umzug ab. Der Nachweis wird bei der Anmeldung abgefragt.

Der Grund für die Pflicht liegt im Haftungsrecht: Als Halter haftest du für Schäden deines Hundes verschuldensunabhängig. Es genügt, dass der Hund den Schaden verursacht hat, ob dich ein Vorwurf trifft, ist unerheblich. Ohne Versicherung trägst du das Risiko persönlich und unbegrenzt.

Der niedersächsische Hundeführerschein

Niedersachsen geht weiter als die meisten Länder: Wer einen Hund hält, muss einen Sachkundenachweis erbringen, im Alltag Hundeführerschein genannt. Er besteht aus einem theoretischen Teil zu Haltung, Verhalten, Erziehung und Recht sowie einem praktischen Teil mit dem eigenen Hund.

Der theoretische Teil wird vor der Anschaffung abgelegt, der praktische innerhalb des ersten Jahres nach der Aufnahme des Hundes. Abgenommen wird beides von anerkannten Stellen, etwa Tierärztekammern oder zertifizierten Hundeschulen.

Wer bereits über einen längeren Zeitraum nachweislich einen Hund gehalten hat, kann unter Umständen von der Prüfung befreit werden. Das lohnt sich zu erfragen, bevor man einen Kurs bucht, die Anerkennung läuft über die zuständige Behörde.

Das zentrale Hunderegister

Eine weitere niedersächsische Besonderheit ist das landesweite Hunderegister. Jeder Hund ab einem bestimmten Alter muss gechipt und dort registriert werden, zusätzlich zur Anmeldung bei der Stadt und unabhängig davon.

Die beiden Vorgänge werden regelmäßig verwechselt. Die Anmeldung bei der Landeshauptstadt betrifft die Steuer; die Eintragung ins Register betrifft die Identifizierbarkeit des Tieres. Wer nur eines von beidem erledigt, hat die Pflichten nicht erfüllt.

Praktisch nützlich ist das Register vor allem, wenn ein Hund entläuft: Über die Chipnummer lässt sich der Halter zuordnen, ohne dass es auf eine Marke am Halsband ankommt.

Anmeldung bei der Landeshauptstadt

Angemeldet wird der Hund bei der Landeshauptstadt Hannover, zuständig ist die Steuerabteilung. Erforderlich sind die üblichen Angaben: Name und Anschrift des Halters, Rasse, Geburtsdatum und Geschlecht des Hundes, das Einzugsdatum sowie die Chipnummer und der Nachweis der Haftpflichtversicherung.

Nach der Anmeldung kommen Bescheid und Steuermarke per Post. Die Marke gehört ans Halsband und weist bei einer Kontrolle nach, dass der Hund gemeldet ist.

Ein Hinweis für Haushalte, in denen mehrere Personen wohnen: Steuerpflichtig ist, wer den Hund hält, nicht wer mit ihm zusammenlebt. In einer Wohngemeinschaft zählt der Hund eines Mitbewohners deshalb nicht als dein Zweithund, der progressive Satz greift nur, wenn beide Hunde derselben Halterin oder demselben Halter zugeordnet sind.

Ermäßigung und Befreiung

Assistenzhunde für Menschen mit Behinderung sind von der Steuer befreit, ebenso geprüfte Rettungshunde im Einsatz einer anerkannten Staffel. Für Hunde aus dem Tierheim gibt es eine befristete Befreiung, die den Weg über das Tierheim attraktiver machen soll.

Wer Sozialleistungen bezieht, kann eine Ermäßigung beantragen. In allen Fällen wirkt der Antrag ab dem Zeitpunkt der Antragstellung und nicht rückwirkend, er gehört deshalb zur Anmeldung und nicht erst zum ersten Bescheid.

Leinenpflicht und Alltag in Hannover

Neben Steuer, Versicherung und Sachkunde gibt es die Regeln für den täglichen Spaziergang. In Hannover gilt Leinenpflicht in Fußgängerzonen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Märkten und bei Veranstaltungen sowie auf Kinderspielplätzen, die für Hunde grundsätzlich tabu sind.

In den großen Grünanlagen (der Eilenriede, dem Maschsee-Umfeld, den Herrenhäuser Gärten) gelten jeweils eigene Regelungen mit ausgewiesenen Bereichen, in denen Hunde frei laufen dürfen. Die Eilenriede als Stadtwald bietet dafür großzügige Flächen, was Hannover unter den Großstädten vergleichsweise hundefreundlich macht.

Hundekot ist aufzunehmen; Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Tütenspender stehen an vielen Wegen, ersetzen aber nicht die eigene Vorsorge.

Wenn du mit Hund nach Hannover ziehst

Kommst du aus einem anderen Bundesland, sind drei Dinge zu klären, bevor der Umzug ansteht. Erstens die Haftpflichtversicherung: Sie ist in Niedersachsen Pflicht, in vielen anderen Ländern nicht. Zweitens der Sachkundenachweis, den es so nur in wenigen Ländern gibt. Drittens der Eintrag ins niedersächsische Hunderegister.

Alle drei Punkte lassen sich vor dem Umzug erledigen und kosten dann keine Zeit mehr, wenn ohnehin gerade Kartons zu tragen sind. Die Anmeldung bei der Stadt selbst ist dagegen schnell gemacht und braucht vor allem die Nachweise aus den ersten beiden Punkten.

Abmelden und umziehen

Die Steuer läuft weiter, bis der Hund abgemeldet ist. Nötig ist das bei Wegzug, bei Abgabe des Hundes und bei seinem Tod. Die Abmeldung ist formlos möglich, braucht aber einen Nachweis; ab dem Folgemonat entfällt die Steuer und zu viel Gezahltes wird erstattet.

Die Wohnsitzanmeldung nimmt den Hund nicht mit: Wohnsitz und Hund sind zwei getrennte Vorgänge. Wer innerhalb Niedersachsens umzieht, behält immerhin Haftpflicht, Sachkundenachweis und Registereintrag; nur die Steuer wechselt die Gemeinde.

Hannover im Vergleich

Der Grundsatz allein sagt wenig, entscheidend ist, wie viele Hunde im Haushalt leben und ob es einen Aufschlag gibt. Genau daran unterscheidet sich Hannover von den anderen großen Städten.

Stadt Erster Hund Zweiter Hund Zwei Hunde zusammen
Hannover 150 € 276 € 426 €
Köln 174 € 174 € 348 €
Bremen 150 € 150 € 300 €
Hamburg 90 € 90 € 180 €

Beim ersten Hund liegt Hannover im Mittelfeld und günstiger als Köln. Beim zweiten dreht sich das Bild: Dann ist Hannover die teuerste der vier Städte, und der Abstand zu Hamburg beträgt fast das Zweieinhalbfache.

Bescheid, Fälligkeit und Zahlung

Nach der Anmeldung setzt die Steuerabteilung den Betrag mit einem Bescheid fest. Er gilt fort, bis sich etwas ändert, ein neuer ergeht erst, wenn ein Hund dazukommt, wegfällt oder der Satz geändert wird. Ein jährliches Schreiben gibt es nicht.

Gezahlt wird in Teilbeträgen über das Jahr verteilt, meist quartalsweise. Ein SEPA-Lastschriftmandat erspart die Terminverwaltung und damit auch Mahngebühren bei versehentlich verpassten Fälligkeiten.

Was in Niedersachsen sonst noch dazukommt

Niedersachsen verlangt mehr als andere Länder, und das schlägt sich in den Kosten des ersten Jahres nieder. Zur Steuer kommen die verpflichtende Haftpflichtversicherung, die Chippflicht samt Registereintrag und der Sachkundenachweis mit theoretischem und praktischem Teil.

Der Sachkundenachweis ist dabei der größte einmalige Posten und liegt je nach Anbieter im dreistelligen Bereich. Wer ihn einmal hat, behält ihn, er gilt für alle weiteren Hunde und über einen Umzug innerhalb des Landes hinweg.

Rechnet man Steuer, Versicherung, Registrierung und Sachkunde zusammen, ist das erste Jahr deutlich teurer als die Folgejahre. Die 150 Euro Steuer sind davon der kleinere Teil.

Was bei Verstößen passiert

Ein nicht angemeldeter Hund führt zur Nachforderung der Steuer und zu einem Bußgeld. Kommunen gleichen ihre Daten zunehmend mit Registern, Tierarztpraxen und Meldedaten ab, sodass unangemeldete Hunde häufiger auffallen als früher.

Schwerer wiegen die niedersächsischen Zusatzpflichten. Fehlt die Haftpflichtversicherung, ist das eine Ordnungswidrigkeit, und im Schadensfall haftest du persönlich. Fehlt der Sachkundenachweis, kann die Behörde Auflagen erteilen und im Wiederholungsfall bis zur Untersagung der Haltung gehen.

Zur Aktualität: Sätze und Landesrecht ändern sich, meist im Zuge von Haushaltsberatungen oder einer Novelle des Hundegesetzes. Der Stand dieser Seite steht oben unter dem Titel. Wer vor einer Anschaffung oder einem Umzug steht, wirft am besten einen kurzen Blick auf die Seite der Landeshauptstadt, vor allem der Zweithundsatz wurde in der Vergangenheit mehrfach angepasst.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Hundesteuer in Hannover?

150 Euro für den ersten Hund und 276 Euro für den zweiten, jeweils pro Jahr.

Warum ist der zweite Hund so viel teurer?

Der progressive Satz soll die Zahl der Hunde im Stadtgebiet begrenzen. Hamburg, Bremen und Köln verzichten darauf und erheben einen Einheitssatz.

Brauche ich in Niedersachsen eine Hundehaftpflicht?

Ja, für jeden Hund. Niedersachsen ist eines von sieben Ländern mit allgemeiner Versicherungspflicht.

Was ist der Hundeführerschein?

Der niedersächsische Sachkundenachweis aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Die Theorie wird vor der Anschaffung abgelegt, die Praxis im ersten Jahr.

Muss ich den Hund ins Hunderegister eintragen?

Ja, zusätzlich zur Anmeldung bei der Stadt. Chip und Registereintrag betreffen die Identifizierbarkeit, die Anmeldung die Steuer.

Kann ich von der Sachkundeprüfung befreit werden?

Unter Umständen ja, wenn du über längere Zeit nachweislich einen Hund gehalten hast. Die Anerkennung läuft über die zuständige Behörde.

Sind Tierheimhunde befreit?

Befristet ja. Assistenz- und geprüfte Rettungshunde sind dauerhaft von der Steuer befreit.

Was passiert, wenn ich innerhalb Niedersachsens umziehe?

Haftpflicht, Sachkundenachweis und Registereintrag bleiben bestehen. Nur die Steuer wechselt: abmelden am alten Ort, anmelden am neuen.