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Hausgold im Überblick

Kein Makler, kein Ankäufer, sondern ein Vermittlungsdienst. Wie der Ablauf funktioniert, wer dafür bezahlt und wie du die Einschätzungen einordnest.

Zuletzt geprüft im September 2026

Was HAUSGOLD ist – und was nicht

HAUSGOLD ist kein Makler und kein Ankäufer. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg vermittelt Eigentümer, die verkaufen wollen, an Immobilienmakler aus einem bundesweiten Partnernetzwerk.

Doppelhaus mit rotem Ziegeldach in einer Wohnstraße
Ein Online-Rechner schätzt anhand von Lage, Baujahr und Fläche, ansehen kann er das Haus nicht. Foto: Jörg Blobelt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie erklärt, was du am Ende bekommst. Weder die Bewertung noch der Verkauf finden bei HAUSGOLD statt, beides übernimmt ein örtlicher Makler, an den du vermittelt wirst.

Das Portal ist damit ein Vermittlungsdienst, wie es mehrere im deutschen Markt gibt. Der Nutzen liegt in der Vorauswahl: Statt selbst Makler zu recherchieren und anzusprechen, bekommst du Vorschläge geliefert.

Ob das für dich sinnvoll ist, hängt davon ab, ob du einen Makler willst. Wer privat verkaufen möchte, ist bei einem Vermittlungsdienst grundsätzlich falsch: Wie das geht, steht bei Haus privat verkaufen.

Wie der Ablauf funktioniert

Der Weg besteht aus vier Schritten und beginnt mit einer Anfrage über ein Formular oder telefonisch.

Erstens die Datenaufnahme. Nach der Anfrage meldet sich ein Mitarbeiter telefonisch und nimmt die Angaben zur Immobilie auf: Objektart, Größe, Baujahr, Lage, Zustand, Verkaufsabsicht.

Zweitens die Vermittlung. Auf Grundlage dieser Angaben schlägt der Dienst passende Makler vor, nach Anbieterangaben bis zu drei.

Drittens die Bewertung. Sie erfolgt durch die vermittelten Makler vor Ort. Bei drei Vorschlägen erhältst du entsprechend bis zu drei Einschätzungen.

Viertens der Verkauf. Er läuft über den Makler, für den du dich entscheidest, mit einem Maklervertrag zwischen dir und ihm, nicht mit dem Portal.

Der praktische Kern ist der dritte Schritt. Mehrere unabhängige Einschätzungen zu bekommen, ist der eigentliche Wert, vorausgesetzt, du nutzt sie als Vergleich und nicht als Bestätigung.

Warum es für dich kostenlos ist

Für Eigentümer entstehen bei der Vermittlung und der Bewertung in aller Regel keine Kosten. Das ist keine Wohltätigkeit, sondern ein Geschäftsmodell, und es lohnt zu verstehen, wie es funktioniert.

Der Dienst verdient über eine Beteiligung an der Maklerprovision, wenn ein Verkauf über einen vermittelten Makler zustande kommt. Bezahlt wird also nicht von dir direkt, sondern aus der Provision, die im Verkaufsfall ohnehin anfällt.

Das hat zwei Folgen, die du kennen solltest. Erstens ist der Dienst daran interessiert, dass ein Verkauf über einen Partnermakler zustande kommt, das ist die einzige Konstellation, in der er verdient. Zweitens muss der Makler seinen Provisionsanteil teilen, was seine Verhandlungsspielräume bei der Provisionshöhe einschränken kann.

Beim Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern an Verbraucher gilt außerdem die gesetzliche Teilungspflicht: Käufer und Verkäufer tragen die Provision je zur Hälfte, und der Käufer muss erst zahlen, wenn der Verkäufer seinen Anteil nachweislich gezahlt hat.

Wie du die Bewertungen einordnest

Eine Maklerbewertung ist eine Markteinschätzung, kein Gutachten. Sie beruht auf Ortskenntnis und Vergleichsfällen, und sie ist kostenlos, weil der Makler den Auftrag will.

Daraus folgt der wichtigste Vorbehalt: Ein auffällig hoher Wert ist kein gutes Zeichen. Wer den Auftrag über den Preis gewinnt, setzt ihn zu hoch an; das Objekt steht dann monatelang, verliert an Aufmerksamkeit, und die spätere Reduzierung landet unter dem, was anfangs erzielbar gewesen wäre.

Wenn dir drei Einschätzungen vorliegen, ist die mittlere in aller Regel die brauchbarste, und die Frage, wie jede zustande kam, wichtiger als die Zahl selbst. Frag nach den herangezogenen Vergleichsfällen.

Prüfe die Zahlen gegen unabhängige Quellen: die Bodenrichtwerte des Gutachterausschusses und tatsächlich erzielte Kaufpreise aus der Kaufpreissammlung. Wie das methodisch geht, steht bei der Immobilienbewertung.

Brauchst du einen Wert, der gegenüber Gericht, Finanzamt oder Miterben Bestand hat, führt an einem Verkehrswertgutachten kein Weg vorbei. Eine kostenlose Markteinschätzung leistet das nicht.

Den vermittelten Makler prüfen

Die Vermittlung nimmt dir die Suche ab, nicht die Auswahl. Den Makler beauftragst du selbst, und der Vertrag besteht zwischen euch beiden.

Frag nach seiner Erfahrung mit vergleichbaren Objekten in deiner Lage, nicht nach Verkaufszahlen allgemein, sondern nach konkreten Referenzen in der Umgebung.

Lass dir das Vermarktungskonzept darlegen: Welche Portale, welches Exposé, welche Fotos, wie werden Besichtigungen organisiert, wie wird die Bonität von Interessenten geprüft.

Kläre die Provision und was sie umfasst. Und lies den Maklervertrag: Ist er ein einfacher Auftrag oder ein Alleinauftrag mit Bindung, wie lange läuft er, wie kommst du wieder heraus, was passiert, wenn du selbst einen Käufer findest.

Nimm dir Zeit für die Entscheidung. Ein Maklervertrag mit langer Laufzeit ist bindend, und ein Makler, der drängt, ist selten der, der später sorgfältig arbeitet.

Die Alternativen

Makler selbst aussuchen. Frag im Umkreis nach, wer dort tatsächlich verkauft, und sprich zwei oder drei direkt an. Das kostet Zeit und gibt dir die volle Kontrolle über die Auswahl.

Andere Vermittlungsdienste. Es gibt mehrere Portale mit ähnlichem Modell. Sie unterscheiden sich in der Größe des Netzwerks und in der Frage, wie stark sie nach der Anfrage telefonisch nachfassen.

Sachverständigengutachten plus Privatverkauf. Wer die Provision sparen will, ermittelt den Wert unabhängig und verkauft selbst. Der Aufwand ist erheblich, die Ersparnis auch.

Ankaufsdienste. Sie kaufen direkt und schnell, zu einem Preis, der regelmäßig deutlich unter dem Marktwert liegt. Eine Option, wenn Geschwindigkeit für dich wichtiger ist als der letzte Euro.

Welcher Weg passt, hängt davon ab, wie viel Zeit du hast und wie viel du selbst übernehmen willst. Eine Übersicht über die Schritte steht bei den Checklisten für den Verkauf.

Was mit deinen Daten passiert

Eine Anfrage bei einem Vermittlungsdienst ist eine Weitergabe von Daten, das ist der Zweck der Sache und kein Nebeneffekt.

Weitergegeben werden Angaben zur Immobilie und deine Kontaktdaten an die vorgeschlagenen Makler. Rechne damit, dass sich mehrere von ihnen melden, und zwar zügig.

Rechne außerdem mit einem Rückruf. Die Datenaufnahme erfolgt telefonisch, und wer nur eine unverbindliche Zahl im Netz erwartet hat, ist davon gelegentlich überrascht.

Wenn du das nicht willst, ist ein Vermittlungsdienst nicht der richtige Weg. Für eine reine Orientierung ohne Kontaktaufnahme genügen die öffentlich einsehbaren Bodenrichtwerte des Gutachterausschusses und die Grundstücksmarktberichte.

Du kannst der weiteren Nutzung deiner Daten jederzeit widersprechen und ihre Löschung verlangen. Wende dich dafür an den Dienst und, falls dich Makler weiter kontaktieren, zusätzlich an diese.

Häufige Fragen

Ist HAUSGOLD ein Makler?

Nein. Das Unternehmen vermittelt Eigentümer an Immobilienmakler aus einem Partnernetzwerk; Bewertung und Verkauf übernimmt der örtliche Makler.

Was kostet der Dienst für mich?

Für Eigentümer entstehen bei Vermittlung und Bewertung in aller Regel keine Kosten.

Wie verdient das Portal dann?

Über eine Beteiligung an der Maklerprovision, wenn ein Verkauf über einen vermittelten Makler zustande kommt.

Wie viele Bewertungen bekomme ich?

Nach Anbieterangaben bis zu drei, von den vermittelten Maklern, jeweils vor Ort.

Ist eine Maklerbewertung ein Gutachten?

Nein. Sie ist eine Markteinschätzung. Für Gericht, Finanzamt oder Miterben brauchst du ein Verkehrswertgutachten.

Soll ich die höchste Einschätzung nehmen?

Nein. Ein auffällig hoher Wert ist kein gutes Zeichen, ein zu hoch angesetztes Objekt steht lange und wird am Ende billiger verkauft.

Mit wem schließe ich den Vertrag?

Mit dem Makler, für den du dich entscheidest, nicht mit dem Portal.

Was prüfe ich im Maklervertrag?

Ob es ein Alleinauftrag ist, die Laufzeit, die Provision und was gilt, wenn du selbst einen Käufer findest.

Auf einen Blick
RolleVermittlung an Makler aus einem Partnernetzwerk, kein eigener Verkauf
SitzHamburg
Bewertungdurch die vermittelten Makler vor Ort, nach Anbieterangaben bis zu drei
Kosten für Eigentümerin der Regel keine
FinanzierungBeteiligung an der Maklerprovision im Verkaufsfall